Bericht zur Uni-Vollversammlung

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Die Universitäts-Vollversammlung am 19.10 aus der Sicht eines Studenten.

 

"Nein, ich werde sicher nicht hingehen!" - diese Antwort bekam ich von vielen Studierenden verschiedener politischer Ausrichtung auf die Frage hin, ob sie am Protestmarsch und der darauf folgenden Uni-Vollversammlung teilnehmen werden. Kein einziger von ihnen bestritt die Wichtigkeit der in den Raum gestellten Themen und die Brisanz der Situation rund um Bildung in Österreich. Der Grund für diese Ablehnung war immer derselbe: In Erinnerung an die Protestbewegungen vor rund einem Jahr wurde die konstruktive Wirkung der anstehenden Veranstaltung stark in Frage gestellt.

Nichtsdestotrotz entschied ich, zumindest die Uni-Vollversammlung an der naturwissenschaftlichen Fakultät zu besuchen. Bald darauf war es auch schon soweit: Ich saß im Audimax und schaute gespannt auf den cum tempore eintrudelnden Protestzug. ReferentInnen der ÖH und des Betriebsrates sowie Rektor Schmidinger führten zu Beginn in vier Kurzvorträgen auch dem letzten Unwissenden unter den Anwesenden die unbestreitbare Wichtigkeit der Bildung für eine Gesellschaft und den Ernst der momentanen Lage vor Augen.

Das letzte Referat von Rektor Schmidinger leitete fließend in eine Diskussion über, in der alle Anwesenden partizipieren konnten: Der Rektor hatte einen kleinen Forderungskatalog vorbereitet, der noch am selben Abend an die Bundesregierung gemailt werden sollte. Zuvor war aber jeder der Anwesenden dazu aufgerufen, seine Änderungs- und Ergänzungsvorschläge vorzubringen. Bis auf einige wenige Versuche aus dem Publikum die Versammlung als Plattform zur Selbstinszenierung zu nutzen, ging die Diskussion recht sachlich vonstatten. Bald war sich die Mehrheit der Anwesenden darüber einig, dass sich eine allgemeinere Gestaltung der Forderungen besser eignet. So sollten strittige Themen wie Studiengebühren oder Zugangsbeschränkungen weder in der Versammlung diskutiert, noch in den Forderungskatalog des E-Mails aufgenommen werden. Man hat anscheinend dazugelernt: knapp und zielgerichtet statt ausufernd.

Aber auch Stimmen der Besorgnis wurden laut: „Was tun, wenn unser Forderungen von der Bundesregierung ignoriert werden?“ Glücklicherweise konnte sich die Ansicht, dass Diskurs und Partnerschaft die Schlüssel zum erfolgreichen Umgang mit den Verantwortlichen seien, gegenüber Fragen nach Möglichkeiten „der Gesellschaft weh zu tun“, um Druck zu machen, durchsetzen. Schließlich blieb am Ende eine leicht veränderte Version des Fragenkataloges von Rektor Schmidinger übrig, welche sich Summa sumarum auf ein einfaches „Wir wollen mehr Geld“ reduzieren lässt.

Zweifelsfrei lässt sich feststellen, dass sich die starke Partizipation des Rektorates, der ProfessorInnen und des Betriebsrates äußerst positiv auf die Veranstaltung ausgewirkt hat – vielleicht in dieser Form erst möglich gemacht hat. Mögen diese Forderungen ihre Wirkung zeigen. Letztlich wird man aber nicht umhin kommen, auch die strittigen Themen einer Diskussion zu unterziehen; wahrscheinlich liegt ja gerade in diesen das Potential, durchführbare und wirkungsvolle Verbesserungen zu erzielen.

 

Ein Student

 

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Presse: Uni-Streik am 19. Oktober

 

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