ÖH ohne Position zu Google
Donnerstag, den 07. April 2011 um 08:41 Uhr
Die Causa um google-Mail ist mehr als nur ein Hirngespinst paranoider Studierender. Die Brisanz der Sache wird schnell klar, wenn man sich bewusst macht, dass die Uni Salzburg die einzige Universität im deutschsprachigen Raum ist, welche ihr Mailsystem ausgegliedert hat.
So muss erkannt werden, dass dieser Diskurs in der Hochschulpolitik sehr wohl Legitimität besitzt: Schließlich geht es um die Frage, ob es einem der größten Global-Player gelingt, seinen Fuß in die traditionsgemäß freie akademische Welt zu setzen – oder eben nicht!
Die Debatte, welche ohnehin schon einem Kampf gegen Windmühlen gleicht, wird durch ein widersprüchliches Verhalten der derzeitigen ÖH-Exekutive noch um ein Stück vertrackter: Zuerst wird ohne die Zustimmung und ohne dem Wissen der Studierenden und der AktionsGemeinschaft die google-Mail-Lösung forciert, als sich schließlich Widerstand regt, wird keine klare Position mehr bezogen: Die grün-rote Position der ÖH (pro/contra) wird je nach Stimmungslage gewechselt.
Zwar inszenieren sich grün und rot medial als Kritiker und Gegner von google-Mail, doch fehlt bis zum heutigen Tag, ein Bekenntnis gegen google-Mail von Seiten der ÖH-Exekutive, welche derzeit von selbigen Fraktionen gestellt wird. Darüber hinaus werden in der Universitätsvertretung Anträge der AktionsGemeinschaft, welche auf eine gute Alternative zu google-Mail abstellen, regelmäßig überstimmt – was dahinter steckt bleibt unklar: Ist es politische Missgunst? Oder ist es Doppelmoral?
Die AktionsGemeinschaft Salzburg bezieht hier eine glasklare Position: google-Mail muss weg! Die Uni soll ihre eigenen Ressourcen nutzen und aufstocken! Bis zum Umsieg soll jeder die Wahl haben, ob er google nutzen möchte oder nicht. An klugen Köpfen zur Realisierung einer Alternativlösung mangelt es jedenfalls nicht – man denke nur an die Experten in den Bereichen Datenschutzrecht sowie Informatik, welche direkt an der Universität vorhanden wären.





