Ohne mehr Geld viel an der Studiensituation verbessern

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Verbesserungen an der Uni sind nicht unbedingt von mehr Kapital abhängig. Das zeigen zahlreiche Vorschläge der AktionsGemeinschaft Salzburg.

Im Zuge der Bildungsdebatte wurde eines immer wieder behauptet: „Um etwas an der Studiensituation verbessern zu können, brauchen wir schnell mehr, viel mehr Geld!" ­Andere Lösungsvorschläge hatten die Kritiker – vor allem die Hörsaalblockierer – nicht zu ­bieten. Dabei müsste man sich gar nicht verkrampfen um Probleme des Uni-Alltags aufzuzeigen und mit konkreten Lösungsvorschlägen entgegenzutreten.
Die AG hat einige Ansätze entwickelt, wie man ohne großen finanziellen Aufwand die Studiensituation an der Uni Salzburg merklich verbessern könnte. Die Aktion wird diese in den dieser und den nächsten Ausgaben präsentieren.

Effizientere Raumvergabe
Es ist eine Tatsache, dass viele Räume an der Universität Salzburg lange Zeit leerstehen. So war im vergangenen Semester beispielsweise der größte Hörsaal am Juridicum (HS 230) freitags nur 90 Minuten lang belegt.
Aktuell gibt es Pläne den Innenhof zur Schaffung eines riesigen Hörsaals zu überdachen. Gleichzeitig soll an der NaWi ein neuer Mega-Hörsaal gebaut werden. Das sind nicht nur unnötige Ausgaben, sondern steht auch dem Wunsch vieler Studierenden nach einem Unterricht in kleineren Gruppen entgegen. Wie in den letzten Wochen und Monaten von der AG vermehrt festgestellt wurde, stehen auch in der Akademiestraße – nur fünf Gehminuten von der NaWi entfernt – täglich mehrere Hörsäle lange Zeit frei.
Die Vergabe von Räumlichkeiten sollte deshalb von zentraler Stelle bedarfsgerecht erfolgen und nicht – wie mancherorts praktiziert – am fakultätsinternen Status von Lehrenden ausgerichtet werden (ganz nach dem Motto „je wichtiger der Prof, desto größer Hörsaal").

Objektivere Leistungsbeurteilung
Es ist schon fast die Regel, dass Studierende in gewissen Lehrveranstaltungstypen (Seminare, Übungen, Praktika etc.) die Benotung als willkürlich und ungerecht empfinden. Einen Beweis dafür zu erbringen, dass man es mit einer „krummen Nummer" zu tun hat, fällt meist nicht gerade einfach. Zudem hat man in der Regel überhaupt keine Beschwerdemöglichkeit.
Um das Problem zu unterstreichen hat die AG einige Beispiele aus der Vergangenheit aufbereitet:
In einem Geschichte-Seminar werden über das ganze Semester Hausübungen gemacht und abgegeben. Diese werden aber nie korrigiert bzw. benotet an die Studierenden zurückgegeben. Dennoch wird anhand dieser Hausübungen ohne regelmäßigem Feedback die Seminarleistung beurteilt.
In einem Strafrecht-Kurs wird die Note anhand einer Klausur festgelegt. Es gibt einen Punkteschlüssel, der jedoch nicht bindend ist, sondern nur als „Orientierung" dient. So kann es vorkommen, dass bei der Klausur ausreichend Punkte erreicht werden, jedoch mit der Begründung „aufgrund grober Fehler“ ein „Nicht-Genügend" vergeben wird. Nicht geklärt ist allerdings wie ein  „grober Fehler“ definiert wird.
Diese Liste könnte wohl um zahlreiche Lehrveranstaltungen aus fast allen Fachbereichen erweitert werden. Die AktionsGemeinschaft Salzburg fordert deshalb mehr Transparenz und klare Vorgaben bei der Leistungsbeurteilung. Außerdem sollen Studierende die Möglichkeit bekommen, ihrer Meinung nach zu unrecht erhaltene schlechte Noten bei unabhängiger, fachkundiger Stelle rasch beeinspruchen zu können.

Die Ausgabe der Aktion 2010/2

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AG, Salzburg