ÖH-Theaterstadl

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Die ÖH lud am 22. Jänner zur UV-Sitzung auf den Mönchsberg. Bald wurde allerdings klar, dass es sich dabei lediglich um eine inszenierte Aufführung der grün-roten Exekutive handelte.

Wusstest du, dass es den Treibhauseffekt gibt? Auch, dass die katholische Kirche schon zur Zeit des Zweiten Weltkrieges existierte? Ja? Wir auch! Eigentlich wäre an dieser Stelle ein Bericht über die Fortschritte der letzten UV-Sitzung zu lesen, aber bereits kurz nach Beginn der „Sitzung" wurde klar, dass es sich dabei nicht um eine ernst gemeinte Besprechung, sondern nur um eine inszenierte Aufführung der amtierenden grün-roten ÖH-Exe­kutive handelte. Vom Branding der Kleidung, über die Sitzplatzverteilung bis hin zu den Sprechrollen war von der grün-roten Seite alles geplant. Deshalb eine Theaterkritik über die Höhepunkte aus dem Stück „UV-Sitzung in drei Akten":

1. Akt
Das Bühnenbild sorgte in Szene 1 für großen Ärger. Der von seiner Fraktion (GRAS) hinterrücks ausgeschlossene Mandatar Hannes Blaschke musste sich aufgrund eines aufgestellten Tischkärtchens mit der Franktions-Bezeichnung „Blaschke" unfreiwillig zu den Mandataren der AktionsGemeinschaft gesellen. Im Publikum gab's derweilen leise Kritik am Auftreten der GRAS-Mandatare, die seit einiger Zeit darum bemüht sind, die eigene Fraktion mit Unibrennt gleichzusetzen. Demonstrativ erschienen die GRAS-Mandatare (in weiterer Folge passender als „Darsteller" bezeichnet) einheitlich mit Unibrennt-Buttons an ihren Kostümen, die mit einer eigens angeschafften „Button-Maschine" für über 350 Euro (auf Kosten der Studierenden) angefertigt wurden.
Laut Sitzungsagenda (in weiterer Folge als „Spielplan" bezeichnet) sollte zu Beginn das Protokoll über die letzte Sitzung „abgesegnet" werden. Da im Protokoll aber wesentliche Sachverhalte (größtenteils zum Nachteil der grün-roten ÖH-Exekutive) schlicht weggelassen wurden, verweigerte die AktionsGemeinschaft zusammen mit der neuen „Fraktion" Blaschke die Zustimmung. Wie im Spielplan vorgesehen, wurden die sich durch geschickte „Zusammenfassung" ergebenden Lücken im Protokoll von GRAS und SPÖ-VSSTÖ mit einfacher Mehrheit trotzdem genehmigt.
In Szene 2 sollte das ÖH-Vorsitzteam einen umfassenden Tätigkeitsbericht der letzten Monate abliefern. Die Umsetzung der einstudierten GRAS-Präsentation ging allerdings daneben, da sie sich nur um Unibrennt drehte. Auf die Frage der AG, was außer Unibrennt gemacht wurde bzw. welche Kooperationen die ÖH mit diversen Organisationen (z.B. für ein günstigeres Bus­ticket) angestrebt hat, wurde der Ball an Svjetlana Vulin (SPÖ-VSSTÖ) gespielt, die der Sitzung ferngeblieben ist. Indirekt gab man der AG und dem anwesenden Publikum zu verstehen, dass die eine GRAS-Hand im ÖH-Vorsitzteam nicht weiß, was die andere SPÖ-VSSTÖ-Hand (nicht) macht.
Die Szene 3 gestaltete sich – entgegen dem Spielplan – teils sehr emotional, da die AG die gebotenen Darbietungen (vor allem der GRAS-Darsteller)  nicht ohne weiteres hinnehmen konnte. Wirtschaftsreferent Nestler (GRAS) forderte die Zustimmung der anderen Mandatare zu Sachverhalten (z.B. Vertrag mit der Mensa, Arbeitsvertrag einer Bediensteten etc.), über deren Inhalte die Mandatare im Vorhinein aufgrund von organisatorischen Säumigkeiten nicht informiert wurden. Die anwesenden Juristen der AG mussten die Verträge deshalb im Schnellverfahren prüfen, da sonst ein Aufschub dringender Entscheidungen gedroht hätte. Blaschke reklamierte diese Säumigkeiten der grün-roten ÖH-Spitze, wurde daraufhin aber von GRAS und SPÖ-VSSTÖ mit einer „Ende-der-Diskussion"-Entscheidung zum Schweigen gezwungen. Blaschke kommentierte das als „abstoßende Vorgehensweise", woraufhin ihm Nestler schnippisch  eine Dienstaufsichtsbeschwerde angeboten hat, die „eh im Sand verlaufen wird" (Zitat Nestler).
In Szene 4 ging es um die von der AG vor der Sitzung beantragte Kostenaufstellung für die Proteste rund um die Hörsaalbesetzungen, welche die Salzburger Studierenden mit 3758 Euro ÖH-Beiträgen direkt bezahlen mussten.
In Szene 5 wurde der Uni-Ball zum Thema gemacht. Die AG stellte den Antrag,  den entstandenen Schaden von inzwischen rund 35.000 Euro mit allen rechtlichen Mitteln von den ehemaligen SPÖ-VSSTÖ-Mitgliedern zurückzuholen. Die anwesenden Darsteller vom SPÖ-VSSTÖ inszenierten daraufhin eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit alle rechtlichen Mittel ausschöpfen zu wollen. Um dennoch einen Grundkonsens darüber zu erreichen, dass man zumindest ansatzweise versucht die Gelder zurückzuholen, entschärfte die AG ihren Antrag, sodass er von allen Fraktionen angenommen werden konnte. Pause.

2.Akt
Szene 1 hatten die grün-roten Darsteller ursprünglich wieder anders geplant gehabt. Blaschke ließ mit unangehmen Fragen zu einer angeschafften ÖH-Kaffeemaschine für rund 700 Euro, einer Digitalkamera um rund 2500 Euro, einem Fahrrad für rund 800 Euro etc. aufhorchen. Da diese Szene im 2. Akt laut Spielplan nicht vorgesehen war, wurde die Diskussion mittels Antrag von GRAS-Komparse Dankl gegen den Willen der AG abgewürgt. Blaschke ignorierte diesen Maulkorb und erhielt auf Drängen von Souffleur Nestler einen Ordnungsruf von der Intendatin und ÖH-Vorsitzenden Markl (GRAS).
Die 2. Szene hatte die Wahl der Frauenreferentin und einen Tätigkeitsbericht aus dem Frauenreferat zum Inhalt. Kopfschütteln gab es vor allem als zu hören war, dass der mit teuren Plakaten umworbene und von den Studierenden zu 100 Prozent finanzierte (Getränke etc.) Frauenstammtisch nur von 5-10 Damen besucht wird.
In den darauf folgenden Szenen berichteten die grün-roten Darsteller über allerlei Sachen, die in einer ernstzunehmenden, konstruktiven Sitzung über studentische Belange eigentlich nichts zu suchen haben. Es ging u.a. um Asyl, Schubhaft, alternative Kultur, Österreich und den Treibhauseffekt,  die Rolle der Kirche im zweiten Weltkrieg etc. Nach geschlagenen fünf Stunden endete dann auch der 2. Akt in einer Pause.

3. Akt

Im 3. Akt wurde es dann endlich wieder für die Studierenden relevant. Da die grün-rote ÖH-Exekutive in der UniPress über politische Themen aus „linker" Sichtweise berichten möchte und lieber „linke" Gruppierungen, wie die Antifa, als die Studienrichtungsvertretungen zu Wort kommen lassen möchte, musste für die StVen ein eigenes Sprachrohr in Form eines ÖH-Magazins geschaffen werden, das sich die StVen mit der (Zitat Klingesberger, SPÖ-VSSTÖ) „alternativen Szene" teilen können. Das Magazin erscheint achtmal pro Jahr in einer Auflage von jeweils 2.000 Stück. Die Herstellung sowie den Vertrieb müssen die Studierenden mit ihren ÖH-Beiträgen bezahlen.
In der vierten Szene wurde ein höchst bedenkliches Budget gegen die Stimmen der AG beschlossen (die Fraktion Blaschke war bereits gegangen). Mehr zum Budget auf Seite 8.
Als zum Ende der traurigen Aufführung das Publikum den Applaus verweigerte, übernahmen das die grün-roten Darsteller im Stile einer Stand-up-Comedy kurzerhand selbst, indem sie abwechselnd zynische Lobesreden für einander hielten und sich gegenseitig tobenden Beifall klatschten.
Nach rund sieben Stunden ließ  Intendatin Markl dann endlich den Vorhang fallen und erklärte die Aufführung für beendet, als eine Dame aus dem Nebenraum mit reichlich Kuchen und belegten Brötchen den Saal betrat ...


Universitätsvertretung:

Die Universitätsvertretung (UV) ist das höchste Gremium der Hochschülerschaft (ÖH). Sie hat die Interessen der Studierenden zu vertreten. Ihre fraktionelle Zusammensetzung ergibt sich durch die ÖH-Wahl. Die 13 Mandate sind wie folgt aufgeteilt: 6 GRAS (5+Blaschke), 5 AG, 2 SPÖ-VSSTÖ. GRAS und SPÖ-VSSTÖ bilden eine Koalition und besetzen deshalb die Referate der ÖH. Die AG hat aber das Recht auf Auskunft und die Möglichkeit Anträge zu stellen. Die Sitzungen werden öffentlich abgehalten.

Die Ausgabe der Aktion 2010/2

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AG, Salzburg