Ohne viel Geld mehr an der Studiensituation verbessern
Samstag, den 05. Juni 2010 um 09:09 Uhr
Teil 2 der Serie über Ideen zur Verbesserung der Studienqualität an der Paris Lodron Universität Salzburg.
Nachdem wir in der letzten Ausgabe der Aktion über Vorschläge zur Bekämpfung der Raumknappheit und zur Verbesserung der Leistungsbeurteilung berichtet haben, stellen wir im zweiten Teil der Serie Verbesserungsvorschläge bei der Planung von Lehrveranstaltungen vor. Auch die hier präsentierten Ideen sind mit keinem finanziellen Mehraufwand für die Paris Lodron Universität Salzburg verbunden, sondern hängen größtenteils von einer effizienten Planung ab, die gewisse Probleme gar nicht erst entstehen lässt.
Sinnvolle Prüfungsmodalität
In vielen Lehrveranstaltungen sind Klausuren auf das Abfragen von teils wirklich belanglosen Fakten beschränkt, die von den Studierenden kurz vor der Klausur in das Kurzzeitgedächtnis gehämmert und danach bald wieder vergessen werden. Die Studierenden haben in ihrem Leben absolut nichts davon, wenn sie starre PowerPoint-Folien oder Aufzählungen aus Readern und Skripten vorübergehend wiedergeben können, den Sachverhalt aber nicht begreifen.
Dementsprechend sollten auch die Lern- und Prüfungsweisen weg von „Ausweniglern-Prüfungen" hin zu verständnisorientierten Prüfungen ausgerichtet werden. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die Angaben in Form von Single-, Multiple-Choice oder offenen Fragen formuliert sind. Weiters ist die Sinnhaftigkeit jener Fragestellungen zu hinterfragen, die auf eine Verwirrung der Studierenden abzielen und deshalb vom Prüfungsleiter ständig mit „Lesen Sie genau!" kommentiert werden.
Bedarfsgerechte LV-Planung
Immer wieder gibt es Lehrveranstaltungen, die von den Studierenden sehr stark nachgefragt werden, von der Universität aber nur äußerst beschränkt angeboten werden. Oftmals ist bei solchen Lehrveranstaltungen die Anzahl der Interessierten auf der Warteliste größer als die Menge jener Studierenden, die schlussendlich wirklich in die LV aufgenommen werden.
Die Universität sollte daher die übrig bleibenden Studierenden nicht mit alternativen Lehrveranstaltungen „zwangsbeglücken", sondern das Angebot für stark nachgefragte LVs erweitern. In der Regel ist der große Ansturm auf ebensolche Lehrveranstaltungen bereits lange im Vorhinein (auch aus Erfahrungen der letzten Jahre) bekannt. Außerdem sollten Lehrveranstaltungen, welche zum Fortkommen im Studienverlauf zwingend notwendig sind (Kettendurchlässigkeit), im Sommer- wie auch im Wintersemester angeboten werden.
Frühere Bekanntgabe der LV-Termine
In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Lehrveranstaltungstermine erst kurz vor Anmeldungsbeginn auf PlusOnline bekanntgegeben wurden. Besonders Studierenden, die zur Finanzierung ihres Studiums auf eine berufliche Betätigung angewiesen sind, ist dieser „flexible" Umgang mit Terminen nicht zumutbar. Sowohl die Studierenden als auch die Arbeitgeber werden oftmals lange in terminlicher Ungewissheit gelassen. Eventuell könnte sogar auch der Anmeldezeitpunkt für die Lehrveranstaltungen vorverlegt werden, damit die Studierenden definitiv wissen an welchen Wochentagen sie wann an der Uni zu sein haben.
Verbindliche Fixplätze
Auch wenn man es geschafft hat über PlusOnline einen Fixplatz für eine Lehrveranstaltung zu ergattern, heißt das in vielen Fällen noch lange nicht, dass man auch wirklich an der Lehrveranstaltung teilnehmen kann.
Zum einen ermöglichen es Klauseln in manchem fachbereichsinternem Regelwerk, dass Studierende mit anderer Schwerpunktsetzung „im Bedarfsfall" trotz Fixplatz-Status von der LV ausgeschlossen werden können, zum anderen wird in PlusOnline immer wieder keine Höchstteilnehmeranzahl festgelegt und die Teilnahmegenehmigung dann in der ersten LV-Einheit nach scheinbar willkürlichen Regeln „ausgeschnapst". In der Praxis sieht das dann nicht selten so aus, dass Lehrveranstaltungsleiter die Studierenden mit Fragen konfrontieren, wie „Wer studiert denn noch nicht sooo lange?" oder „Wer hat einen triftigen Grund, warum ausgerechnet er/sie hier sein muss?".
Auch Studierende müssen sich einen Terminplan für das Semester zurecht legen und sollten es deshalb schon vor Beginn einer Lehrveranstaltung wissen, wenn sie daran nicht teilnehmen dürfen. Studierende müssen sich nicht unbedingt als unerwünschte Ersatzspieler fühlen, die vor versammelter Mannschaft aus dem Raum verwiesen werden.




