Die erste Sprosse der Karriereleiter
Montag, den 07. Juni 2010 um 09:17 Uhr
„Schon wieder eine Veranstaltung an unserer Uni zum Thema Karriere“, werden sich einige gedacht haben. Wer würde dieses Mal zur angesprochenen Zielgruppe gehören – Jung-AbsolventInnen, BerufsstarterInnen, Praktikums-Suchende?
Die AktionsGemeinschaft Salzburg stellte dieses Mal zusammen mit den Diskutanten „unsere Studienpläne auf den Prüfstand der Praxis“ und konzentrierte die Diskussion bei ihrem fünften Karrierekaffee „auf die erste Sprosse der Karriereleiter“, nämlich die Ausbildung. Wichtig für uns Studierende ist nicht nur der gelungene Einstieg in die berufliche Laufbahn, sondern auch die richtige Wahl der dafür nötigen Ausbildung und Zusatzqualifikationen. In den Mittelpunkt der ersten Diskussionsrunde rückte sogleich das Bachelorstudium „Recht und Wirtschaft“, was vielleicht auch daran lag, dass das Karrierekaffee zum wiederholten Male an der Juridischen Fakultät veranstaltet wurde und viele Studierende aus diesem Bereich vertreten waren.
Nicht nur Dr. Andreas Kletecka, ein renommierter Zivilrechtsexperte an der Juridischen Fakultät und damit „Insider“, hatte einiges zu sagen zu diesem relativ neuen Studiengang an unserer Universität. Auch MMag. Raimund Lainer, Personalentwicklungschef der SPAR Österreich-Gruppe, befürwortete die Absolvierung einer kombinierten Ausbildung im Bereich BWL und Jus. Dr. Bamberger, Geschäftsführer von PEHB Rechtsanwälte in Salzburg, gab zu bedenken, dass wirtschaftswissenschaftliche Grundkenntnisse Juristen und natürlich auch anderen Studiengängen nicht schaden könne. Somit konnten die Sorgen einiger Studierender hinsichtlich Berufschancen mit diesem Studium schon zu Beginn zerstreut werden und eine lebhafte Diskussion mit vielen Fragen von Seiten des Publikums kam damit in Gang.
Manfred Krippel, Vorsitzender der StV Jus und AG-Obmann-Stellvertreter, moderierte Fragen und Wortmeldungen und führte mit seinerseits vorbereiteten Fragen souverän durch den Abend. Besonders interessiert folgte das Publikum den teilweise sehr heiteren Ausführungen der drei Vortragenden über ihren eigenen beruflichen Werdegang. Wie man an MMag. Lainers Vita deutlich sehen kann – er studierte Theologie und Psychologie und machte berufliche Erfahrungen in der Unternehmensberatung – sind nicht immer nur lineare Lebensläufe zielführend.
Damit richtete sich der Fokus auch schon auf die brennend interessierende Frage, wie denn nun ein „perfekter Lebenslauf“ auszusehen habe ... Alle drei Diskutanten hätten schließlich über Bewerbungen engagierter, potentieller Mitarbeiter zu entscheiden, äußerten aber durchaus unterschiedliche Vorstellungen über Bewerbungsschreiben und den Verlauf von Vorstellungsgesprächen.
Prof. Kletecka prüft von seinen künftigen Mitarbeitern sogleich Fachwissen und Arbeitseffizienz anhand einer Fallbearbeitung, wogegen SPAR Österreich auf einheitliche Einstellungstests zurückgreift. Dr. Christoph Bamberger überraschte, als er kundtat, er würde kein Hauptaugenmerk auf Noten legen, wenn die Bewerber mit interessanten Praktika-Erfahrungen, privatem Engagement, Zusatzausbildungen oder vielfältigen Interessen punkten können.
Vor allem die für einen Lebenslauf unabkömmliche Eigenschaft der Sprachkompetenz wurde von den Diskutanten besonders hervorgehoben und schließlich die vermehrte Einbeziehung von Fremdsprachen in den universitären Alltag debattiert.
Alles in allem war der Abend nicht nur für die Studierenden sehr informativ, sondern offensichtlich auch für die Diskutanten sehr unterhaltsam. Auch nach dem offiziellen Ende widmeten sie sich den Fragen der Studierenden in Einzelgesprächen und man ließ den Abend bei Sekt, Kaffee und Kuchen in angenehmer Gesprächsatmosphäre ausklingen.




