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Ein Rekordansturm an Studierenden zwingt den Fachbereich Kommunikationswissenschaft in die Knie. Ohne Notbremse droht ein Kollaps.

„Wir freuen uns, dass Sie da sind, aber unsere Freude ist etwas getrübt“, begrüßte die Fachbereichsleiterin der Kommunikationswissenschaft, Elisabeth Klaus, die zur ersten Vorlesung erschienen Bakkalaureatsstudierenden. Grund für die Zurückhaltung ist nicht, dass die Ferien vorbei sind, sondern der unglaubliche Ansturm von rund 500 Studienanwärtern, die in diesem Semester das KoWi-Studium beginnen möchten. Da in den Hörsälen der Universität kein Platz für so viele Studierende ist, musste die Einführungslehrveranstaltung kurzfristig im „republic“ abgehalten werden.

Wahlversprechen nicht gehalten

Vor den Nationalratswahlen im Jahr 2008 wurden die Befreiungen von den Studiengebühren erweitert und die Aufnahmeprüfung zum Studium der Kommunikationswissenschaft abgeschafft. Dem Versprechen, den Universitäten entspreche Ausgleichsmittel zur Verfügung zu stellen, ist man bislang aber nicht ausreichend nachgekommen.
So geschah, was seither an der Universität Salzburg befürchtet wurde: Österreichische wie deutsche Studienanwärter drängen zu hunderten an den Fachbereich. Statt den 250 Studienanfängern wie in den letzten Jahren sind es heuer circa 500, die genommen werden müssen.

Videoübertragung in andere Räume

Solange die Studierenden nur Vorlesungen besuchen müssen, behilft man sich damit, dass Vorträge per ­Video live in andere Hörsäle übertragen werden. Kommen die 500 Studierenden aber in spätere Studienphasen, haben sie Lehrveranstaltungen zu absolvieren, die zwingend eine intensivere Betreuung durch Lehrpersonen erfordern. Spätestens dann werden die Kapazitäten am Fachbereich endgültig überschritten.

Selektionsprüfungen als Notbremse

Um den Fachbereich vor dem drohenden Kollaps zu bewahren, mussten kurzerhand zwei  Studien-­Module geschaffen werden. Erst wenn man das erste Modul positiv absolviert hat, kann man prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen des zweiten Moduls besuchen.

Engpässe auch im Master-Studium

Auch wenn man offiziell nur von Engpässen im Bakkalaureats­studium spricht, sind auch die Studienplätze im Master-Studium fast genauso heiß umkämpft.  So musste das für Master-Studierende verpflichtende Repetitorium kurzfristig um eine zweite Gruppe erweitert werden. Ursprünglich gab es darin nur 30 Plätze, aber 60 Bewerber.
Ähnlich angespannt ist die Sitation auch im Schwerpunkt Public Relations. Dort müssen sich Master-Studierende mit den Kollegen aus dem Bakk-Studium teilweise Lehrveranstaltungen teilen, wofür viele kein Verständnis haben. Laut „Plus Online“ werden  etwa für das Praktium „Berufseinstieg – Getting started in Public Relations“ nur 25 (+5) Plätze angeboten, auf der Warteliste reihen sich aber über 50 weitere Studierende.

In Geduld üben

Eine anhaltende Entspannung der Situation ist momentan noch nicht in Sicht. Mit etwas resignierendem Unterton meinte Elisabeth Klaus gegenüber dem ORF: „Ich glaube, wir brauchen jetzt alle ganz viel Geduld um mit dieser Situation fertig zu werden.“

Kommentar: Geerbtes Problem

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